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			Urkunden des Eigaschen Capitel-Archives in
der Fürstlich Czartoryskischen Bibliothek
zu Krakau.
Von Dr. M. Perlbach.
lieber die Scliicksale des Erzbischöflich Eigaschen
Archives hat vor fünf Jahren Professor Hausmann aus Dorpat
im 12. Bande der Mittheilungen aus der livländischen Ge¬
schichte S. 72—121 ausführlich gehandelt und nachgewiesen,
dass die Angabe, welche Dogicl dem 5. Bande seines Codex
diplomaticus regni Poloniae, der die Urkunden Livlands
enthält, voranschickt, jenes Archiv sei in Kokenhusen, der
Residenz der Erzbischöfe, verbrannt, glücklicherweise auf
einem Irrthum beruht. Es hat sich vielmehr gezeigt, dass
gerade das erzbischöflich Rigasche, oder besser das Capitel-
Archiv, den Hauptbestandtheil der Urkunden bildete, welche
der letzte Herrmeister von Livland 1562 bei der Auf¬
lösung des alten Ordens- und Bischofsstaates an Polen
auslieferte, und von denen sich ein Verzeichn iss aus dem
polnischen Reichsarchiv von 1613 erhalten hat1). An der
Hand dieses Verzeichnisses konnte Hausmann darlegen, dass
von den 226 Urkunden desselben sich 81 jetzt in der Kaiser¬
lichen Bibliothek in St. Petersburg und 50 in der soge¬
nannten Littauischen Metrik im Gebäude des dirigirenden
Senates ebendaselbst befinden: einen weiteren Bruchtheil
dieses zerstreuten Archives fand ich im Sommer dieses Jah¬
res in der Fürstlich Czartoryskischen Bibliothek in Krakau,
') Mittheilungen z. Livl. Gesell. III, 61—91.
Mittheil. a. d. livl. Geschichte. XIII. 1.	1
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			2
in welche mich die Vorarbeiten für die Herausgabe des
pommerellischen Urkundenbuches geführt hatten. Durch
ein Yerzeichniss der ältesten pommerellischen, preussischen
und livländischen Documente jener Bibliothek, das ich be¬
reits im Winter durch die Güte des Herrn Dr. Piekosinski
aus Krakau erhielt, auf die Livonica aufmerksam gemacht,
konnte ich an Ort und Stelle einen Theil der mir sehr kurz
zugemessenen Zeit diesen zuwenden: die Urkunden des
13. Jahrhunderts habe ich selbst verglichen oder copirt, für
das 14. durfte ich die Auszüge des Herrn Dr. Piekosinski
benutzen.
Die grossartigen Sammlungen der Fürsten Czartoryski,
welche seit 1876 in dem ehemaligen Piaristenkloster neben
dem Florianerthor in Krakau der wissenschaftlichen Be¬
nutzung (nach vorher eingeholter Erlaubniss des Fürsten)
zugänglich sind, wurden von dem Fürsten Adam Czartoryski
im Jahre 1800 zu Pulawy (an der Weichsel, Gouvernement
Lublin) begründet: nach der Niederwerfung der polnischen
Erhebung von 1831 siedelten sie nach Paris über, wo sie
bis zum Ausbruch des Communeaufstandes 1871 blieben;
von 1871—1876 waren Bibliothek und Museum in Kurnik
bei Posen neben der Gräflich Dzialynskischen Bibliothek
untergebracht. In deutschen Zeitschriften ist, so weit ich
sehe, von dieser Bibliothek allein in der Königsberger
„Altpreussischen Monatsschrift“ die Rede gewesen, in deren
Band IX (1872, 113—127) Dr. Kçtrzynski, der Bibliothekar
des Ossolinskischen Institutes in Lemberg, über die für
preussische Geschichte wichtigen Handschriften berichtete,
während Band XIII (1876, S. 47 ff.) derselbe eine kurze
Notiz über preussische Urkunden gegeben hat. Die Biblio¬
thek besitzt nämlich über 3000 Manuskripte, unter denen
u. A. der gesammte Nachlass des polnischen Historikers
Naruszewicz eine Erwähnung verdient, und ca. 1200 Ur¬
kunden. Diese letzteren stammen aus verschiedenen Archiven:
eine grössere Anzahl hat z. B. ursprünglich dem Cujavischen
		

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Capitel-Archiv in Wloclawek angehört, die preussischen
und livländischen Documente aber sind sämmtlich aus dem
polnischen Reichsarchiv in den Besitz der Fürsten Czartoryski
übergegangen. Wahrscheinlich war der bekannte polnische
Schriftsteller Tadeusz Czacki (1765—1813) der Vermittler:
ihn hatte 1785 der König Stanislaus August mit der Ord¬
nung des Warschauer Reichsarchivs betraut und seine Samm¬
lungen erwarb 1813 nach seinem Tode Fürst Adam Czar¬
toryski. Die livländischen Urkunden, die wir jetzt in
Krakau antreffen, haben 1613 und 1682einen Bestandtheil
des polnischen Archivs gebildet und sind zum grössten Theil
noch 1759 von Dogiel aus demselben edirt worden: erst
nach dieser Zeit können sie also dem Archiv entfremdet
worden sein.
Mit Hülfe dieser 42 Urkunden, welche ich in Krakau
ermitteln konnte, lassen sich die 226 Nummern des Inven¬
tars von 1613 zum grössten Theil nach weisen: zu den 81
der Kaiserlichen Bibliothek und den 50 des Senats treten
nun 38 in Krakau, so dass überhaupt nur noch 57 fehlen:
auch diese Zahl erleidet aber eine weitere Einschränkung,
da ich in Krakau die Urkunden des 15. Jahrhunderts ausser
Acht lassen musste und die Zahl der preussisch-livländischen
Documente von 1414—1506 daselbst noch 55 Nrn. beträgt.
Von den 21 Urkunden des 13. Jahrhunderts habe ich
die im Original erhaltenen selbst collationirt resp. die un-
gedruckten, Nr. 8, 17 und 19, copirt, ebenso die in einem
Transsumpt von 1336 erhaltenen Nrn. 12 und 43 von 1259.
Diese letztere ist von dem von mir eingesehenen Vorrath liv-
ländischer Urkunden in Krakau unstreitig die wichtigste;
*) Das Verzeichniss von 1613 findet sich fast vollständig wieder in
dem Inventarium omnium et singulorum 'privilegiorum, litterarum,
diplomatum . . . quaecunque in archivo regni in arce Cracoviensi
continentur per commissarios a S. R. M. et republica ad reviden¬
dum . . . confectum a. d. 1682 (herausgegeben von Rykaszewski,
Paris 1862), S. 108—128 (Litterae ducatus Livoniae).
1*
		

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			4
sie liefert nicht unwesentliche Aufschlüsse auch für die
älteste Zeit des Ordensstaates. Aus dem Zeugenverhör,
das auf Öefehl Erzbischofs Albert von Riga (1259, Juli)
Bischof Heinrich von Kurland über die Grenzen zwischen
den erzbischöflichen und den Ordensgütern am Flusse Salis
(Saleza) und am Burtneekschen See (stagnum Astiierwe)
anstellen musste, lernen wir eine Reihe bisher unbekannter
Details kennen. Wir erfahren u. A., dass Johann von Magde¬
burg, der als Gesandter Yolquins 1235 die Vereinigung der
Orden betrieb, später in das Domcapitel zu Riga eingetreten
ist, daher kann er nicht mit dem gleichnamigen Comthur
von Riga von 1272 identificirt werden (Ss. rer. Pruss. Y,
170 n. 2.). Zu den von Bunge, Baltische Geschichtsstudien
II, 85 nachgewiesenen Mitgliedern des Schwertbrüderordens
tritt noch ein neues, frater Helmericus, und von dem Pro-
vincialmeistcr von Wenden Rudolph (1211—1220, Bunge 1. c.)
lernen wir den Familiennamen de Nu kennen. Der Herr
Dietrich von Rope ist wohl identisch mit Theodoricus de
Raupena, der 1221 als Zeuge Bischof Alberts erscheint
(Bunge, Urkdb. I n. LII1).
Weitere Nachforschungen in Krakau werden sicherlich
auch aus dem 14. und 15. Jahrhundert noch wichtiges Ma¬
terial für livländische Geschichte zu Tage fördern: mir ge¬
stattete leider die Kürze der Zeit nicht, mich so weit aus¬
zudehnen.
Im Folgenden gebe ich: 1. Regesten der Livonica in
der Czartoryskischen Bibliothek bis 1400, 2. Collationen von
10 Urkunden des 13. Jahrhunderts nach den Originalen, und
3. vier ungedruckte Documente.
Greifswald, September 1880.
		

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1. Regesten.
1.	1211/1212. Undatirt. Die Bischöfe B. von Paderborn,
J. von Verden, Pli. von Ratzeburg, Th. von Leal,
J. Probst von Riga, B. Abt von Dünamünde machen
den Vergleich zwischen dem Schwertbrüderorden
und dem Bischof von Riga über die Theilung Lett¬
lands bekannt.
Original mit 3 bischöflichen Siegeln an Pergamentstreifen
und einem vierten Streifen. Sz. I n. 131). — Dogiel V n. 5,
daraus Bunge, Urkundenb. I n. 23. Invent. von 1613 n. 4.
2.	1213. o. T. u. 0. Bischof Albert von Riga beurkundet
einzelne Aenderungen an vorstehendem Vergleiche.
Transsuinpt von 1433. Sz. VI n. 211. — Dogiel V n. 6,
Bunge I n. 38 (nach dem Or. in der Bibliothek in Peters¬
burg). Inv. n. 5 und n. 197.
3.	c. 1224. Undatirt. Bischof Albert von Riga und die
livländisehen Ordensritter theilen das Land Tolowa.
Original mit drei Pergameutstreifen, am dritten ein Frag¬
ment des Ordenssiegels. Aelteste Dorsalnotiz : De terra Tho-
lowe. Sz. I n. 6. — Dogiel V n. 3, daraus Bunge I n. 70.
Inv. n. 3.
4.	1237. o. T. Riga. Der Legat Wilhelm von Modena be¬
stimmt die Grenzen zwischen den Bisthümern Riga,
Curland und Semgallen.
Original; an Leinenfäden vier bischöfliche Siegel, Um¬
schrift des ersten undeutlich, das zweite das des Bischofs
von Borpat, das dritte Wilhelms, das vierte das des Probstes
Heidenreich von Semgallen. Sz. I n. 41. — Dogiel Y n. 20,
daraus Bunge I n. 153. Inv. n. 17.
') Sz. bedeutet Szuflada. Die Urkunden, deren Siegel noch erhalten,
werden in der Ozartoryskischen Bibliothek einzeln in Schubladen
aufbewahrt; diejenigen, an denen die Siegel fehlen, sind zu einer
Reihe von Bänden vereinigt, daher die doppelte Bezeichnung
Sz. und Vol.
		

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c. 1237. Undatirt. Der Legat Wilhelm von Modena ver¬
kündigt die Bulle Gregors IX. d. d. Viterbo II.
Id. Mai pont. XI. (1237) betreffend die Vereinigung
der Orden.
Or. mit Siegel Wilhelms an roth-gelben Seidenfäden.
Sz. I n. 50. — Vgl. Bunge I, Reg. n. 168. Inv. n. 20.
1245. mense Junio. Verona. Kaiser Friedrich II. ertheilt
dem Hochmeister des deutschen Ordens die Befug-
niss zur Eroberung von Curland, Lettland und
Semgallen.
Transsumpt des Abtes Albert von Palkena 1388, Juli 5,
Falkena. Vol. III n. 2. — Bunge I n. 185 (nach dem Original
in Königsberg).
1251. o. T. u. 0. Bischof Nicolaus von Riga verleiht
dem Capitel von Riga die Hälfte seines Antheiles
in Semgallen.
Original; an rothen Seidenfäden die leere Siegelmnschel.
Sz. I n. 37. — Dogiel Y n. 25, angeführt Bunge I, Reg. n. 261.
Inv. n. 29.
1251. VI. Kal. Aug. (Juli 27). Thoreida. Bischof
Nicolaus von Riga überträgt auf den Probst und
das Domcapitel von Riga seine Gerichtsbarkeit in
Semgallen.
Original ohne Siegel, mit Einschnitt für Pergamentstreifen.
Gleichzeitige Dorsalnotiz; de banno in Semigallia. Yol. I
n. 4. — Inv. n. 31, daraus Bunge I, Reg. n. 255.
1254. mense Aprili o. 0. Erzbischof Albert, Probst
Hermann und das ganze Capitel von Riga theilen
mit dem Ordensmeister Everardus Semigallen in
drei Theile.
Original; an 10 grünen Seidenfäden noch 8 Siegel: 1. Erz¬
bischof Albert. 2. Capitel. 3. fehlt. 4. Johann und Gérard
Grafen v. Schauenburg. 5. Otto de Bai- ... 6. undeutl.
7. fehlt. 8. Sigill. abbat .... senfeld. 9. undeutl. 10. Com-
thur von Riga. Sz. I 16. — Dogiel V n. 26, daraus Bunge I
n. 264. Inv. n. 35.
		

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10.	1255. II. Kal. Apr. pont. 1. Neapoli. Papst Alexander IV.
nimmt das Erzbisthum Riga unter den apostoli¬
schen Schutz.
Traussumpt von 1390. Sz. HI 98. — Bunge I n. 282.
Dogiel V n. 61.
11.	1256. o. T. Riga. Erzbischof Albert und das Capitel
von Riga schliessen mit dem Orden einen Ver¬
gleich über Gerzike u. s. w.
Original mit 5 rothen Seidenfäden, 1 u. 3 leer, an 2 das
Capitelssiegel, an 4 das der Predigerbrüder, 5 der Minoriten.
Aelteste Dorsalnotiz: de tercia parte fratrum Gèrzeke.
Sz. 110. — Bunge I n. 288 aus Hiärns Oollectaneen. Inv. n. 37.
12.	1259. mense Julio. Thoreyda. Erzbischof Albert von
Riga fordert den Bischof H(einrich) von Curland
auf, im Streite mit dem Orden um den Besitz von
Astiierwe und Saleza ein Zeugenverhör vorzunehmen.
Transsumpt von 1336. Sz. II 89. — Vgl. Inv. n. 75.
13.	c. 1259. Undatirt. Bischof H(einrich) von Curland
theilt die Aussagen der auf Ansuchen des Erzbischofs
von Riga über Astiierwe und Saleza verhörten
Zeugen mit.
Transsumpt von 1336. Sz. II 89. — Vgl. Inv. n. 75.
14.	1263. X. Kal. Jun. (Mai 23). p. 2. Orvieto. Papst
Urban IV. fordert die das Kreuz predigenden Mi¬
noriten auf, die Kreuzfahrer nach Livland, Preussen
und Curland nicht für das heilige Land zu verwenden.
Original mit Bulle an Hanfschnur. Sz. I n. 3. —■ Bunge I
n. 375 (aus dem Original in Königsberg).
15.	1263. o. T. Riga. W. Abt von Dünamünde verspricht
den Bürgern von Riga, das zwischen den Flüssen
Thoreideraa und Semegalleraa gelegene Kloster an
keinen anderen Ort zu verlegen.
Transsumpt von 1320 fer. VI post Trinitatis. Vol.
n. 9. — Bunge I n. 374 (aus dem Original in Riga).
16.	1267. II. Id. Mart. (März 14). p. 3. Viterbo. Papst
Clemens IV. ertheilt aus den päpstlichen Regesten
		

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dem Erzbischof von Riga eine Abschrift der Bulle
Alexander’s IV. d. d. Neapoli II. Kal. Apr. p. 1.
(Nr. 10.)
Transsumpt von 1390. Sz. III 98. — Dogiel V n. 61.
Bunge I n. 402.
17.	1268. in cena domini. April 5. o. 0. Erzbischof Albert
von Riga iibergiebt dem Nicolaus Suxe aus Littauen
die von demselben der Kirche zu Riga geschenkten
Güter in der Provinz Nalsen zum Lehen.
Original mit 7 Siegeleinsehnitten, an 1—4 u. 7 Pergament¬
streifen, an 1—4 Siegel : 1. Erzbischof. 2. Fürst von Meckeln-
burg. 3. Gruncelin von Schwerin. 4. Capitel. Sz. 19. — Inv.
n. 41. Daraus Bunge I, Reg. n. 463. •
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18.	1268. mense Decembri. Riga. Erzbischof Albert von
Riga und der Ordensmeister verbieten dem Capitel
und den Bürgern von Riga, in ihren wechselseitigen
Zwistigkeiten nach Rom zu appelliren.
Original mit drei Einschnitten, an 2 u. 3 noch Pergament-
Streifen ohne Siegel. Yol. I n. 10. — Dogiel Y n. 30, vgl.
Bunge I, Reg. n. 468. Inv. n. 42.
19.	1272. o. T. Tlioreyda. Albert Erzbischof von Riga
schliesst mit dem Probst und dem Capitel von Riga
einen Vergleich wegen Besitz der Hälfte des Lan¬
des Oppemele.
Original mit 5 Siegeln an Pergamentstreifen. 1. Erz¬
bischof. 2. Probst. 3. Ordensmei*ter. 4. Prediger. 5. Mi-
noriten in Riga. Sz. I 12. — Inv. n. 44, daraus Bunge I,
Reg. n. 486.
20.	1292. fer. IV post Reminiscere. März 5. Kokenhusen.
Der Ordensmeister Halt verspricht dem Erzbischof
von Riga Hülfe und Schutz.
Original mit Siegel au Pergamentstreifen. Sz. I n. 49. —
Dogiel Y n. 31. Daraus Bunge I n. 545. Inv. n. 50.
21.	1298. in die SS. Basilidis, Cirini etc. (Juni 12). Wortin-
burgh. König Erich von Dänemark verspricht dem
		

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			9
Capitel von Riga Hülfe gegen den Orden und erhält
dafür die Gebiete Semgallen, Nalexe und Ghereikoe.
Original, Siegel und Schnüre fehlen, Vol. I n. 14. —
Dogiel V n. 34, duraus Bunge I n. 573. Iuv. n. 53.
22.	1309. XIII. Kal. lul. (Juni 19). a. p. 5. Avignon.
Papst Clemens V. ordnet eine Untersuchung an be¬
hufs Feststellung der vom Orden in Riga, Preussen
und Livland verübten Greuelthaten.
Original mit Bulle an Hanfschnur Sz. II 95. — Dogiel
Y	n. 37, daraus Bunge II n. 630. Inv. n. 57.
23.	1316. X. Kal. Mai (Apr. 22). Segewold. Probst Ludfryd
und das Capitel von Riga scliliessen einen Vertrag
mit dem Orden, in dem sie sich gegenseitig Hülfe
zur Ausbreitung des Glaubens unter Littauern und
Russen versprechen.
Transsumpte von 1317 u. 1330. Sz. II 94. 93. — Dogiel
V	n. 39, daraus Bunge II n. 654. Inv. n. 61.
24.	1317. X. Kal. Jan. (Dec. 23). Avignon. Papst Jo¬
hann XXH. hebt alle Tractate, Verbindungen und
Verschreibungen des Ordens, die zum Schaden der
Kirche von Riga gegeben sind, auf.
Sz. II 94. — Dogiel V n. 39, daraus Bunge II n. 659.
Inv. n. 66.
25.	1320. Fer. VI. post Trinit. (Mai 30). o. O. Conrad, Vice-
prior, und das Capitel von Riga transsumiren die
Urkunde des Abtes W. von Dünamünde von 1263
(Nr. 15).
Vol. I n. 9.
26.	1324. III. Id. Febr. (Febr. 11). Avignon. Spruch des
Papstes Johann XXII. gegen den Orden in Livland.
Sz. II 93. — Transsumpt von 1330. Dogiel V n. 40,
daraus Bunge II n. 700. Inv. n. 69.
27.	1330. Non. Mai (Mai 7). Avignon. Papst Johann XXII.
trägt den Bischöfen von Padua, Oesel und Dorpat
		

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			10
auf, den Streit des Erzbischofs und Capitels von
Riga mit dem Orden zu entscheiden.
Sz. II 93. — Dogiel V n. 40, daraus Bunge II n. 742.
Inv. n. 69.
28.	1334. April 15. Avignon. Relation über den Stand
des Streites des Erzbischofs, Capitols und der Bürger
von Riga gegen den Orden und über verschiedene
Gewalttätigkeiten und RäubereieD.
Vol. II 7. — Dogiel V n. 41, daraus Bunge II n. 759.
Inv. n. 73.
29.	1336. Cosme et Damiani (Sept. 27). Riga. Bernhard
von Dolen, Johann, Pfarrer in Ninogalle, Heinrich
von Minden, Vicare von Riga, und Hermann, Pfarrer
in Papendorf, transsumiren die beiden Urkunden
von 1259 über die Grenzen von Astiierwe und
Saleza (Nr. 12 u. 13).
Sz. II 89. — Inv. n. 75, daraus Buuge II, Regesten n. 907.
30.	1350. Febr. 6. o. O. Fromold, Erzbischof von Riga,
verleiht den Brüdern Lambert, Otto und Gerhard
die Güter weilànd Ludolfs des Liwen am Flusse
Woghena zu Lehnrecht.
Vol. I 26. — Inv. n. 81, daraus Bunge II, Reg. n. 1062.
31.	1351. Sept. 17. Heisingborg. König Magnus von
Schweden nimmt auf Betreiben Papst Clemens VI
den Erzbischof Fromold von Riga in seinen Schutz.
Vol. I, 27. — Dogiel V n. 43, daraus Bunge II u. 941.
Inv. n. 82.
32.	1358. XI. Kal. Mai (Apr. 21). Prag. Kaiser Karl IV
ermahnt die livländischen ( ! ) Fürsten zur Annahme
und Bewahrung des christlichen Glaubens.
Vol. III, 6.
33.	1360. Aug. 25. in port. Sellon. Arelat. dioec. Erz¬
bischof Stephan von Arles befiehlt den Bischöfen
von Oesel, Kurland, Samland. Ermland, Pomesanien
und Kulm, die Besitzungen des Erzbischofs von
		

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			11
Riga zu schützen und dafür zu sorgen, dass ihm
das Geraubte zurückgegeben werde.
Sz. II, 96. — Dogiel Y n. 49, duraus Bunge II n. 976,
wohl Inv. n. 95.
34.	13(50. XVI. Kal. Sep. (Aug. 17). Villanova. Papst
Innocenz VI. befiehlt, den Brzbischof und das Capitel
von Riga in den Besitz der Stadt Riga gegen den
Orden wieder einzuführen.
Vol. IE, 7. — Dogiel V n. 47, daraus Bunge II n. 973.
Inv. n. 96.
35.	1366. IX. Kal. Mai (Apr. 23). Prag. Kaiser Karl IV
ernennt die Könige von Dänemark, Schweden,
Norwegen und Polen, sowie die Herzoge von Stettin
und Meklenburg zu Executoren der Privilegien des
Erzbischofs von Riga.
Yol. in, 8. — Dogiel V n. 55, daraus Bunge II n. 1030.
Inv. n. 112.
36.	1384. Kal. Aug. (Aug. 1). Luceria. Urban VI befiehlt
den Bischöfen von Havelberg und Regensburg, die
Beschädiger der Güter des Erzbischofs von Riga
von weiteren Beraubungn desselben zurückzuhalten.
Sz. III, 99. — Inv. n. 124, daraus Bunge HI, Reg. n. 1429.
37.	1388. Juli 5. Falkena. Abt Albert von Falkona trans-
sumirt das Privileg Friedrich H von 1245 (Nr. 6).
Yol. ID, 2.
38.	1390. am obirsten obinde (Jan. 5). Wilna. Bernt
Hewelmann, Comthur von Dünaburg, schliesst im
Namen des livländischen Meisters einen Frieden
mit Skirgal von Littauen.
Vol. I, 39.
39.	1390. IV. Id. Jun. (Jun. 10). Rom. Bonifacius IX.
bestätigt die Bullen für das Erzgtift Riga von 1255
und 1267 (Nr. 10 und 16).
Sz. IU, 98. — Dogiel V n. 61. Bunge IU, Reg. n. 1516.
Inv. n. 133.
		

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			12
40.	1392. Mai 2. Prag. König Wenzel fordert das Capitel
von Riga auf, im Streit mit dem Orden ebenso wie
der Erzbischof von Riga seinen Schiedsspruch an¬
zuerkennen.
Vol. I, 42. — Dogiel V n. 67, daraus Bunge III n. 1315.
Inv. n. 147.
41.	1393. in crastino corporis Christi (Juni 6). Mensko.
Hermann Dasberch, Bürger von Riga, empfängt vom
Fürsten Skirgal neun gefangene Ordensritter auf
eigene Verantwortlichkeit.
Vol. I, 45. — Bunge VI, Reg. n. 1604(1.
42.	1394. Nov. 9. Prag. König Wenzel fordert den
Herzog Swantibor von Stettin auf, seinen Sohn
Otto, erwählten Brzbischof von Riga, in den Besitz
der Temporalien einzuführen.
Vol I, 48. — Dogiel V n. 68, daraus Bunge IV n. 1366.
Inv. n. 152.
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2. Collationen.
I. 1211/12. Bunge I n. XXIII. (oben Nr. 1.)
Sp. 30, Z. 2 v. u.: Palburnensis. — Sp. 31, Z. 2/3: conue-
nissent — 3: Christi et R T fratres — 6: diuiderent —
haruin fehlt — 9: quicquid — uel — per sortem — 10: haberi
—	13: Bebernine — 13/14: Gerzeke — 15: Autenine —
16: tercia — 18: Negeste, Sessowe — 19: uero — 20: as-
scriptum — 22: nobis (est über geschrieben) gestum — 25: Ra-
dolfus — Sosat — 26: Heinricus — 27: Wardenberge, Ni¬
colaus de Brema — 28 : Eggehardus — Segebandus de Luneba
—	29: Vridolfus — Frithericus de Bodendike.
Original mit drei Siegeln an Pergamentstreifen u. einem
4. Streifen. Siegel 1. Sitzender Bischof	en .. epi.
2. ebenso	eecle epi. 3. ebenso Philippus dei	lie
epo III. Sz. I, 13.
		

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11. c. 1224. Bunge I n. LXX. (oben Nr. 3.)
Sp. 75, Z. 11: In nomine sancte et indiuidue trinitatis
—	13: uolumus — 16: Liuonîa — Letthia —• 17: uirorum —
18: diuisimus — Viwam — 19: uiri — 20: quiequid —
20/21: diuisionem — 23: iuridictione ciuili — uero — 25:
Jovnate — Zlavka — Saueke — 26: Zurvegale, Metsene,
Gulbana, Jazoa. — Sp. 76, Z. 2: Pornuwe — 4: diuisi-
oni — 10: Ykescole.
Orignal mit drei Pergamentstreifen, am 3. ein Fragment
des Ordeussiegels, Schwert in Ranken, Umschr
de Livonia. Sz. I, 6.
111. 1237. Bunge I n. CLIII. (oben Nr. 4), vgl. Reg. n. 160.
Sp. 196, Z. 3 v. u.: diuina — 2: Ihesu — Noueritis —
Sp. 171, Z. 6: seruus seruorum — 8: mutacio — 11/12: euidens
—	13: Reualia — 14: Wironia — 16: eciam — 17: sufficivnt
—	19: uolentes — 20: deuotionem— 22/23: presentivm — 24:
ualeas — 25: alivm — nouo — 28: Reualia — Wironia
Lvndensis — saluo — 31 : Interamnis V Kal. Ivnii —• Sp. 197,
Z. 5: nunciis — 6: negociis — 7 : noue — 8: pre omnibus —
9: diocesis — 15: diocesis — 16: vt — diocesi—■ 17: con¬
cluduntur — Wendam — 18: Wenda — 19: Wendam —
27 : uel — 29: XV. — 30: auctoritate — 31 : saluis — 36: ivdi-
cem — uero — 37 : diocesim — quiequid — Sp. 198, Z. 2 :
Nyeriz — Nieriz — 3: Ploceke — diocesim — 4/5: uoluntate
—	9: M. CG XXX VIL
Original mit vier geistlichen Siegeln au Leinenfäden, auf
allen ein Geistlicher, die Umschrift des ersten undeutlich.
2. ... annus dei gra Tarbat epi. 3. W. quondam epi penit.
dtii pj). 4. Heidnrio di gra Semigallien. ppos. Sz. I n. 41.
IV. 1251. Dogiel V n. 25. (oben Nr. 7), vgl. Bunge I,
Reg. n. 261.
diuina — Rygensis — litteram — prouidere — conpatientes
sollempne — diuinum — offitium — exibetur '— lliesu —
		

/Magazyn_097_08_016_0001.djvu

			14
ualeat — adnichilari — eandom (ohne que) — tamquam —
Ihesu — conmissam — promouere — Jtyga.
Original, vom Siegel ^n rqthen Seidenfäden ist nur die
leere Muschel erhalten. Sz. I n. 37.
Y. 1254. Bunge I n. CCLXIV. (oben Nr. 9.)
Sp. 345, Z. 1 v. u.: diuina — Liuonie. — Sp. 346, Z. 3:
Everardus statt venerabilis — Alemannie — 4 : Liuonia uices
•— 6: Ihesu — 8/9: prosequentes — 11: diuisiraus — Sillene
—	13: Teruethene — 14: Dubelene — 18: arehidiaconum —
19/20: uenales ■— 20: contigerit— 22: uendicabit — 23/24:
M. CC. Lim — 27: Holtsatie — 28: gordianus (!) — 31: layci
—	inconuulsa — 34: Alemannie — 36: Liuonia.
Original mit 10 grünen Seidenschnüren, das 3. u. 7. Siegel
fehlen. 1. Erzbischof Albert. 2. Gapitel von Riga. 4. Nessel-
schild, S.’ Johannis et Gerardi comitum de Scowenbg f.
5. Drei Schweinsköpfe	m Ottonis de Bar .... 6. Christus
und ein Heiliger. Umschrift undeutlich. 8. Geistlicher, Si-
gill. abbati	senfeld. 9. Geistlicher vor Maria. Umschrift
undeutlich. 10. Mariä Verkündigung S. Frat. commendat,
in Riga. Sz. I, 16.
VI. 1256. Bunge I n. CCLXXXV1H. (oben Nr. 11.)
Sp. 373, Z. 10: M. prior — 12: peruenerit — 13: con-
trouersia — 15: Lodwicum — 16: Tevtonica — 17: diocesi
—	parte fehlt — 19: lxiis — 20: conuenimus — 21: uidolicet
•— Gerzeke ■— 22 : tercia — 23 : nobia tantum — 25 : tercia
—	27: terciam — 29: Kucanois — 30: diuisiones— 31:
miliare — 32: longum et latum —34: Segewakl et Wende
—	35 : diocesim — 38 : priuilegiis — hiia — 39 : uel habendis
—	Sp. 374, Z. 1: relinquerunt — 6: uilla — Pestene nun¬
cupatur octo — 9: conuenerunt — 10: et littore maris, quod
adiacet, libere nobis (ohne Lücke) — 14: Calue — 15: saluo
—	20: possederunt — 21: Vt —• 25: gordiano — 28:
M. CC. quinquagesimo sexto.
Original mit 5 rothen Seidenschnüren, von denen 1. u. 3.
leer- sind. 2- Capitelssiegel von Riga. 4. Christus sitzend
		

/Magazyn_097_08_017_0001.djvu

			15
S. Fratrum ..... orum iu Riga. 5. Lazarus. Sigillum
fra .... Dorsalnotiz: De tercia parte fratrum Gerzeke.
Sz. I, 10.
VII. 1263. Buuge I n. CCCLXXV. (obon Nr. 14.)
Sp. 478, Z. 5/6: civitates et dioceses Linonie — 11: et
prouinciarum — 12: ciuitatum et diocesium — 10 v. u.:
sedis [directarum uobis fideliter exeq] uentes uota — 7 : for-
[te de ipsis in predictis litteris] — Sp. 479, Z. 3: Datum
apud Vrbem ueterem X Kl.
Original mit Bulle an Hanfschnur. Sz. I, 3.
VIII. 1268. Dogiel Y n. 30. (oben Nr. 18), vgl. Bunge I,
Reg. n. 468.
Ot. — Lyuoniam — pervenerit — Ihesu — Io. —
Kapitulum — Kapitulum nichil — nichil — amicicia — iu-
sticia — Kapitulum — ad istam patriam — parcium st. pre-
sentium — M. CC. LXV1II.
Original mit drei Siogeleinschnitten, am 2. u. 3. noch
Pergamentstreifen ohne Siegel. Vol. I n. 10.
IX. 1292. Bunge I n. DXLV. (oben Nr. 20.)
Sp. 680, Z. 6: Liuonia — presencia uisuris et — 8:
Io. — 10: experiencia — 13: fauorabilem —• 14: tamquam
—	15: dilectum et preelectum — fauore — uicissitudine —
19: amicicie — 22: uixerit — uoluinus — 26: inpetunt,
inpediunt — Eeontra statt predictus — 28: predictum —
29: uult — uice uersa — 31: priuilegia — 32: nec non,
et übergeschrieben — 35: litteras que uel quas — 37: idem
(dominus fehlt) obtinet — Sp. 681, Z. 1/2: cauillatione —
2: inconuulsa — 6: diuisionibus — 7: circumuenti — 8:
debemus hoc in inuicem — 9: beningne — 10: assingnare
—	11: amicicia — iniciata — 12: inualescat — singnum
dileccionis — 14: miliaribus — 15: Mitowe — W. — 16:
liiis — 19: recusauerat, acceptauit — 20: gratanti — 23:
uel — 24: de qua inter nos inuicem questio uertebatur de
		

/Magazyn_097_08_018_0001.djvu

			16
bona — 27: uoluiitate — 28: H. —'29: H. — Munster-
berch — Sp. 682, Z. 1: G. de Lekeham — 2: fratribus or¬
dinis nostri — 3: uolumus — 5 apponendum — 5/6: Kokenh’
—	m. c'c. xcn — im.
Original ; an Pergamentstreifen das Siegel .. comendator
.... vonie, Puerperium Mariae (Vossberg Taf. XX.). Die
Urkunde ist zerschnitten. Sz. I, 49.
X. 1298. Bunge I n. DLXXI1L (oben Nr, 21.)
Sp. 718, Z. 14: Sclauorumque — 18: Teutonie (!) —
Liuonia — 20: detencione — 21: et bonorum — 22: deso-
lacione — 23: subieccione — 24: et contra fidelitatem —
27: hiis — 28: Therakoe — 29: nomine corone — 34: et
iniuriis — 35: plantacioni — 36/37: supersticiosos — in
gravi nimis periculo — Sp. 719, Z. 1: dextrariis — 4:
Wironia — 8/9: nichilominus — eciam — 11: servare st.
durare — 14: eeiam seu municiones — 16: quibuscumque
—	17 : promissum — 21 : presentes litteras, nostras fehlt —
23: Worthingburgh — 25: in die — 26: Cirini.
Original ohne Siegel und Schnüre. Vol. I n. 14.
3. Ungedruckte Urkunden.
A.
1251. Juli 27. Thoreyda.
Bischof Nicolqjis von Riga überti'ägt auf den Probst
und das Capitel von Riga seine Gerichtsbarkeit in Semgallen.
Original ohne Siegel und Schnur, mit Einschnitt für den
Pergamentstreifeu. Aelteste Dorsalnotiz : de banno in Semi-
gallia. Fürstl. Czartoryskische Bibliothek in Krakau, Vol. I
n. 4 (oben Nr. 8).
Nicolaus diuina miseratione Rigensis episcopus omnibus
hanc paginam uisuris gratiam in presenti et gloriam in
futuro. Cum propter incommoditates innumeras singulas
episcopatus nostri provincias per annos singulos personaliter
		

/Magazyn_097_08_019_0001.djvu

			17
visitaro et ipsis in spiritualibus iuxta debitum oftitii nostri
prouidere non possimus, necessarium duximus et utile vices
nostras per aliquas provincias iurisditionis et dvocesia nostre,
quas personaliter visitare 11011 possumus, viris committere
discretis, qui nouos in fide populos 11011 solum a gentilitate
reuocare, verum etiam in cordibus ipsorum verbum fidei et
consuetudines ritus christiani dictis et tactis domino coopé¬
rante valeant seminare. Scire itaque volumus tam presen¬
tes quam posteros, quod 110s per totam prouintiam Semi-
gallie, non solum in parte nostra, verum etiam in parte
fratrum de domo Teuthonica et in partibus, que in ea ad
diocesim nostrum spectant siue spectare poterunt, bamium,
sinodalia et omnem iustieiam archidiaconatus, quam archi-
diaconus iuste habere debet et potest, proposito et capitulo
Rygensi exercendam perpetuo committimus ac prosequendam.
Et ne in posterum a successoribus nostris dicto preposito
et capitulo Rygensi de commissione tali questio indebite
oriatur, presentem paginam sigilli nostri appensione robo¬
ratam ipsis dedimus in munimen. Datum in Thoreida anno
gracie M. CC. LI VI Kl. Augusti.
• * liiU' N : 1 • feojgol i > 1 »II	ri ni J*j Riimiq
B.
1268. April 5. 0. O.
Erzbischof Albert von Riga übergiebt dem Suxe oder
Nicolaus aus Littauen die von demselben der Kirche von
Riga geschenkten Güter zu Lehe«,,
Origiual mit 7 Siegeleinsclmitten, an 1—4 u. 7 L’etgament-
streifen, an 1—4 Siegel : 1. das unkenntliche Siegel des Erz¬
bischofs. 2. Ochsenkopf, Umschrift fehlt (Fürst von Mekeln-
burg). 3. S. Guncelini . J. . Zweri . . . . is. Drachen und
Bauin. 4. Maria und Thor. Capitul ... ens . . lie. Fürst¬
lich Czartoryskische Bibliothek in Krakau. Sz. i i> (oben
Nr. 17).
Albertus miseracione divina sancte Rigensis ecclesie
archiepiscopus et tocius Liuonie, Estonie et Pruscie metro-
politanus omnibus hoc scriptum uisuris salutem et bene-
UNIWERSYT£C.-;a
		

/Magazyn_097_08_020_0001.djvu

			18
dictionem a doinino Ihesu Christo. Ut ea, que in tempore
fiunt, per lapsum temporis in obliuioneni minime dilaban¬
tur, patrocinio litterarum in memoria conservantur. Ea
propter tatn presentibus pateat quam futuris, quod Suxe
siue Nicholaus nobilis de Lettowia de prouincia Nalsen
gratia sibi inspirante diuina gentilitatis errore relicto ad
regenerationis lauacruin omni fictione postposita conuolauit.
Vt autem de ipsius fidei firmitate et erga ecclesiam dei de
cordis ipsius puritate plenius eliquerot, omnem hereditatem
suam in terris, nemoribus et in aquis, cultis et incultis,
quam in prouincia Nalsen a progenitoribus suis noscitur
possedisse, ad manus nostras et ad honorem beate uirginis
in ecclesia nostra coram summo altari presentibus (t. comite
Zwerinensi et H. domino Mangnopolensi cum multa nume¬
rositate fidelium libere resignauit et postmodum tam pro se,
quam pro fratre suo absente recepit a nobis in feudum,
prestito nobis et ecclesie nostre fidelitatis publice sacra¬
mento. Nos autem sue deuocioni grato concurrentes assensu
ac ipsum fauore beniuolo prosequentes ipsum cum omnibus
ad se pertinentibus in protectionem sedis apostolice susce¬
pimus et in nostrarn. Huius rei testes sunt: dominus G.
illustris comes Zwerinensis, dominus H. Mangnopolensis cum
ipsorum1) militibus, Johannes prepositus Rigensis cum toto
capitulo nostro, fratres predicatores et miriores, de consuli¬
bus et burgensibus ciuitatis Rigensis multi, quorum omnium
sigilla inferius sunt appensa. Actum anno domini M. CC.
o
LXYI1I in cena domini.
nl-'JsR ii.• i '■[) tlii/l itnil i-MiU /1 ii'i,l , .-ibO .£ .tsioita id
C.
1272 o. T. Thoreyda.
Albert, Erzbischof von Riga, schliesst mit dem Propst
und dem Capitel von Riga einen Vergleich wegen Besitz
der Hälfte des Landes Oppemele.
■ ■ ' ;'	■■ i	: : ;r (yiiioijiil si/i'ioi . q •Obiqüiil
*) ipsorum übergeBchriebon Or.
N
		

/Magazyn_097_08_021_0001.djvu

			19
Original mit 5 Siegeln an Pergamentstreifen : l. das des
Erzbischofs, mit Rücksiegel, das einen stehenden Bischof
ohne Umschritt zeigt. '2. Johannes dei gra ltigensis ppos.
Stehender Geistlicher. 3. Ordensmeister, Fragment. 4. Pre-
digerbriider (eingepackt). 5. S. Custodis fratrum in Riga.
Heilung des Lazarus. Fürst!. Czartoryskisclie Bibliothek in
Krakau. Sz. I 12 (oben Nr. 19).
Albertus miseratione diuina sancte Rygensis ecclesie
archiepiscopus et tocius Lyuonie, Estonie et Pruscie jnetro-
politauus vniuersis Christi fidelibus presentes litteras in¬
specturis salutem et benedictionem a domino lliesu Christo.
Res digna sempiterne memorie commendari solet litterarum
et hominum fidelium testimonio perhennari. Hinc est, quod
presentes nosse uolumus et futuros, quod cum hactenus inter
nos ex parte una et Io. propositum et capitulum nostrum
ex altera super medietate partis nostre in terra dicta
V
Oppelmele, que est pars quedam seu prouincia Semigallie,
multipliciter litigatum luerit, nobis quidem dicentibus, quod
nichil iuris in predicta terra eis competere uideretur, de
qua in litteris suis specialis mentio non fiebat, ipsis autem
allegantibus ex aduerso, quod, cum in litteris suis super
medietatis nostre in Semigallia donatione et confirmatione
v
confectis predicta terra Oppemele, que pars Semigallie esse
manifeste dinoscitur, expresse nullatenus inueniretur excepta,
eadem ratione, qua eis ius competeret in prouincia maiori,
competeret etiam in minori, cum sicut in contractibus plena,
ita in beneficiis sit plenissima interpretatio facienda. Nunc
tandem discretorum uirorum fratris W. magistri et fratrum
de domo Theutonica, fratrum quoque predicatorum et mi¬
norum in Ryga, uasallorum nostrorum domini Ottonis et
domini Alberonis in Thorcyda accedente consilio pro bono
pacis et concordie inter nos et ipsos, qui sumus unum cor¬
pus in Christo, amplius roborande in hunc modum finem
nobis placuit imponere questioni, scilicet ut tam ex prima,
quam ex hac nostra donatione secunda predicti prepositus
		

/Magazyn_097_08_022_0001.djvu

			20
v
et capitulum medietatem prefatam nostre partis de Oppe-
mele perpetuo hàbèant et habere debeant cum omnibus
iuribus ët Utilitatibus uniuersis, quos etiam nunc in posses¬
sionem et proprietatem memorate medietatis admittimus ot
admissos a nobis tenore presentium ominibus (!) publice
declaramus. Preterea pro deuota instantia et prodictorum
omnium supplicatione benigna petitioni sue pium exhibere
uolentès assensum temporale iudicium, quod nobis in uilla
dicta Corbecule hactenus competebat, eis perpetuo conferi¬
mus et presentis scripti patrocinio communimus. Actum in
« o- o o
Thoreydia (!) anno domini M. CC. LXX II. Huius rei testes
sunt, qui mediatores fuerunt: magister Walterus de domo
Theutonica cum pluribus fratribus suis, frater Adam prior
predicatorum, frater Ouo socius et confrater eiusdem, frater
Ileinricus gardianus fratrum minorum, frater Conradus socius
et confrater eixtsdem, dominus Otto dictus de Luneborch,
dominus Albero aduocatus, milites et uasalli nostri et plures
alii fide digni. In cuius rei testimonium sigillum nostrum
presentibus 'est appensum.
vpn -.in- h'm)3ü ui mii'j ,nono ,on9iibo xo aiulbiui^olff;
1336. Sept. 27. Riga,
Y ici- Rigische Geistliche transsumiren zwei Urkunden
von 1259 betreffend Zeugenaussagen über die Grenzen von
Astîiérwe und Saleza.
Original mit 5 Pergamentstreifen, am 2. und 4. Siegel¬
reste, in der Fürstlich Ozartoryskischen Bibliothek in Krakau.
Sz. TT 89 (oben Nr. 12, 13 u. 29).
Omnibus presens scriptum cernentibus Bernhardus de
Dole«, Johannes plebanus in Ninegalle et Hinricus de
Minda snicerdotes et vicarii perpetui sancte Rigensis ecclesie
neenon et Hermaniius plebanus in Papeudorp eiusdem Ri¬
gensis dyocesis salutem in domino sempiternam. Litteras
infra scriptas non rasas, non abolitas, non cancellatas née
in aliqua sni parte riciatas prospeximus' diligenter tenorem,
qui sequitur, continentes:
		

/Magazyn_097_08_023_0001.djvu

			21
II. dei gracia Curon iensis episcopus vtviuersis hanc
paginam inspecturis in virginis filio salutem. Litteras do¬
mini archiepiscopi sancte Bigonsis ecclesie recepimus sub
hac forma:
Venerabili in Christo confratri suo H. Curoniensi
#
oj>iscopo . . A. miseracione diuina sancte Rigensis
ecclesie archiepiscopus salutem et fraterne dileccionis
affectum. Cum inter nos et ecclesiam nostram ex parte
vna et magistrum . . et fratres suos ex parte altera
amicabilitor sit coiiuentum, quod causas, que inter nos
versantur, presertim super terris et fluminibus, que
Astiierwe et Saleza nuncupantur, in nos debeatis assu¬
mere et per concordiam uel per iustitiam terminare, ne
crassa et supina negligencia nobis valeat inputari, id
quod de iure facere poBsumus et debemus, discrecioni
vestre offerimus supplicantes, vt testes senes seu \ali-
tudinarios lite non contestata ad cautelam futuri tem¬
poris audiatis. Producimus enim vobis fratrem Johan-
nem de Meydelx>rch canonicum Rigensem et Heinricum
plebanum de Papendorpe, qui vidit et interfuit, vbi et
quando facta est diuisio inter episcopum et fratres,
quoniam et ipse H. terram, de qua agitur, nomine do¬
mini Alberti fratribus assignauit. Et quia senex est
valde et debilis, bonum est ipsum quantocius audire,
vt veritas elucescat. Preterea noueritis tenore preeen-
cium, quod in vos tamquam in mediatorem aut in iudi-
cem consensimus, ratum habituri, quicquid per vos
compositum vel transactum vel diiudicatum vel dilatum
fuerit, quod a vobis et parti, si qua fuerit, significa¬
mus aduerse. Datum in Thoreyda anno domini
M. CC. LIX mense Julii.
Nos orgo presencium auctoritate litterarum preposito
et priore Rigensibus assumptis viros supranominatos in
palam vocantes fecimus iuratos testimonium veritatis per¬
hibere sub liiis videlicet verbis. Dominus Hinricus ple-
		

/Magazyn_097_08_024_0001.djvu

			â2
banus de Papendorpe iuratus dixit, quod a tempOre, quo
sedit in parrochia Sontakela, vidit frequenter, quod Ly-
uones sine contradiccione habuerunt terminos suos usque
in fluuium, qui dicitur Orwaguge, in quo ipse cum Lyuo-
nibus sepe piscabatur et traxit cum eis sportas murenu¬
larum. P retere a audiuit eos assidue dicentes, quod ter¬
mini eorum adhuc protenderentur vsque ad locum, qui
dicitur Laddekeriste, similiter Salezam habuerunt ex utra¬
que parte in quieta possessione. Item dixit, quod ma¬
gister Eodolfus de Nu, qui tunc magister fuerat in Wenda,
et frater Helmericus ipsum cum domino Theoderico de
Rope induxerunt in bona, villas scilicet, que ante fratrum
militie fuerant, et eo concambio receperunt, quod post-
modum cederent episcopo Alberto, quarum villarum no¬
mina sunt hec: Gippe, lovnathe, leie, Ale, Slauca, Saueke,
Vuxuele, Zwregale, Metsene, Gulbana, Iazoa, Prebalge.
Item dixit, quod postea eosdem fratres duxerant duxe¬
runt (!) eos ad villam, que dicitur Gallia uilla, de Callia uilla
duxerunt eos ad villam Balaton, cuius termini pertingunt in
quodam angulo ad stagnum Astiienve et medietatem stagni
optinuit dominus Theodericus de Rope et terram circum
iacentem a fluuio Ledezen vsque ad Salezam, sicut prius
habuerat. Item dixit quod in odium domini Baldewini
quondam legati abstulerunt iidem fratres domino T. suam
parthem (!) stagni cum terris circum iacentibus ad tria
miliaria et cum stagno Kyriama. Postea tempore domini
Mutinensis legati cum vellent deponere querimoniam,
magister Volquinus et frater Helmericus iterum reddide¬
runt et postmodum abstulerunt, lohannes ile Meydeborch
iuratus dixit, quod in castro Wenda sedit V annis, ante¬
quam fundamentum castri poneretur, et quod nunquam
vidit liec intellexit, quod fratres milieie, (piorum ipse tunc
frater erat, aliquo iure sibi Salezam vendicarent, et si
homines eorum aliquando quasi furtim piscabantur iu ea,
aduocati domini episcopi Albert i ree,ia eorum destruxe-
		

/Magazyn_097_08_025_0001.djvu

			23
runt. Postmodum Heydenricus aduocatus episcopi Nicolai
nunquam eis in Saleza aliquid iuris permisit. Dixit eciam,
quod quidam potens Esto, qui violenter rapuerat gur-
gustrium a Lyuone, iidem gurgustrium dedit fratribus.
Interrogatus, in quo esset loco, respondit nescio. Inter¬
rogatus, quantum sciret de Astiierwe, respondit, quod
nunquam suis temporibus fratres milicie quicquit sibi iuris
usurparent in Astiierwe, nisi quod aliquando aduocatus
Heydenricus eis concessit piscari de gratia tantum cum
hamis. Interrogatus, quo iure ipsi protenderent terminos
suos ad istam partem Astiierwe versus Lyuoniam et
Letthiam, respondit, quod numquam suis temporibus-hoc
attemptassent.
Presens vero littera sic linita duobus sigillis cernitur
sigillata, quorum vnum est domini Hinrici Curoniensis epis¬
copi et alterum domini Hermanni prepositi ecclesie Ry-
gensis. In premissorum euidenciam pleniorem sigillum ca¬
pituli predicte sancte Rigensis ecclesie vna cum nostris
presentibus est appensum. Datum Rige anno domini
n n	«
M. CCC. XXXYI in die Cosme et Damiani martirum beatorum.
Zu berichtigen:
Seite 3 Zeile 2 von unten: Rykaczewski statt Rykaszewski.
, 3 „ !) „ , 13 statt 43.
-9,5 von oben: 1310 statt 1309.
		

/Magazyn_097_08_026_0001.djvu

			/
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/Magazyn_097_08_028_0001.djvu

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